Palliative Care: Was beinhaltet eine palliative Spitex

Eine palliative Spitex widmet sich der sogenannten Palliative Care. Dabei handelt es sich um ein ganzheitliches Versorgungskonzept mit internationaler Anerkennung. Es vereint die Versorgung und Begleitung schwer erkrankter Personen jeden Alters mit der Beratung des Klienten und dessen Verwandten.

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Im Vergleich zur Sterbehilfe, die den Klienten in den letzten Wochen und Tagen seines Lebens begleitet, hat eine palliative Spitex umfangreichere Aufgaben. Dem Klienten soll trotz schwerer Krankheit ein möglichst langes Leben im gewohnten Umfeld geboten werden können. Dieser Zeitraum kann mehrere Monate oder auch Jahre umfassen.

Die Palliative Care grenzt sich damit deutlich von der Sterbehilfe ab. Diese Form der Begleitung kann bereits frühzeitig eingesetzt werden. Im Idealfall beginnt sie schon mit der Diagnosestellung. Im Rahmen einer solchen Begleitung wird auch das Ableben des Klienten thematisiert. 

Palliative Care: So geht die palliative Spitex mit dem Thema Tod um

Die palliative Spitex hilft dem Klienten dabei, den Tod als natürliches Lebensende zu akzeptieren und rät vom künstlichen Hinauszögern des Todes ab. Der Tod ist für jedermann schwer zu akzeptieren. Das liegt nicht nur am evolutionsbedingten Drang, das eigene Leben stets zu schützen. Der Gedanke, Familie und Freunde zurücklassen zu müssen und zu wissen, wie sehr sie trauern werden, kommt erschwerend hinzu. 

In der Sterbephase übermannen den Klienten nicht selten Gefühle, die er bis dahin unterdrückt hatte. Dinge, mit denen man eigentlich schon abgeschlossen hatte, kommen plötzlich wieder auf, und ganze Weltanschauungen können sich auf einmal ändern. Der Grund dafür ist häufig, dass die Klienten ihre Verwandten nicht mit schwierigen Themen dieser Art belasten wollten. 

Doch nun bieten sich die letzten Gelegenheiten. Diese Zeit ist für den Klienten sowie seine Familie auch psychisch belastend, weshalb eine ganzheitliche Betreuung besonders wichtig ist. Oft versuchen alle Beteiligten, bis ans Ende und so gut es geht zu tun, als wäre alles in Ordnung. Doch Kommunikation ist wichtig und hilft der Familie später beim Verarbeitungsprozess. Genau darauf achtet die palliative Spitex. 

Frühzeitig Hilfe holen

Bei der Palliative Care arbeiten verschiedene Vertreter aus dem Gesundheitswesen zusammen. Hinzu kommen die Verwandten des Klienten und auch ehrenamtliche Helfer. Je früher entsprechendes Fachpersonal herangezogen wird, desto besser können der Klient und seine Familie die Situation bewältigen. 

Auch zusätzliche Krankenhausaufenthalte können minimiert werden. Verschiedene Studien zeigen, dass eine frühzeitige palliative Versorgung nicht nur die Lebensqualität verbessert, sondern auch die verbleibende Lebenszeit verlängern kann. Genau das ist das Ziel einer palliativen Spitex: die bestmögliche Lebensqualität für den Klienten und seine Familie zu ermöglichen.

All das berücksichtigt eine palliative Spitex

Eine palliative Spitex berücksichtigt allfällige körperliche, psychische und soziale Bedürfnisse, die der schwer erkrankte Klient und seine Familie haben. Die Familienmitglieder und enge Vertraute werden in die palliative Versorgung einbezogen und erhalten ebenso Unterstützung. Kann der Klient seine Wünsche und Bedürfnisse nicht mehr selbst äussern, ist die Familie ein wichtiger Übermittler dieser Informationen. 

Ihr gelingt es oftmals besser, zu ergründen, was der Klient den Fachkräften der palliativen Spitex mitteilen möchte. Das ist vor allem von Bedeutung, wenn er im Vorfeld keine entsprechenden Verfügungen verfasst hat. Das persönliche Wissen der Familie über den Klienten ist dann eine wichtige Hilfestellung. Die Bedürfnisse und der Wille des Klienten bilden die Grundlage für allfällige Behandlungs- und Pflegemassnahmen. 

Diese Leistungen erbringt die palliative Spitex

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Die Massnahmen, die die Mitarbeiter der palliativen Spitex durchführen, stimmen sie individuell auf die Wünsche und Bedürfnisse des Klienten ab. Die Fachkräfte passen sie regelmässig an die Entwicklung seines Gesundheitszustands an. Teil der Pflege sind unter anderem:

  • Medizinische Versorgung
  • Schmerzbehandlung
  • Entspannungsübungen
  • Unterstützung in Phasen der Angst und Depression
  • Akzeptanz des Todes
  • Trauerbewältigung

Der Klient erhält eine umfassende und optimal abgestimmte pflegerische Versorgung auf physischer und psychischer Ebene. Inhalte von hinterlegten Verfügungen des Klienten und Vorsorge- bzw. Generalvollmachten werden stets berücksichtigt.

Das Spitex-Personal stellt unter anderem sicher, dass der Klient seine Medikamente stets richtig einnimmt. Die Therapie wird bei Bedarf den veränderten Bedürfnissen angepasst. Bei Schmerzen erhält der Klient eine möglichst effektive und schnell wirkende Behandlung. Das Wohlbefinden des Klienten hat stets Priorität. Bei Bedarf versorgen ihn die Fachkräfte der Spitex mit Spezialnahrung, die beispielsweise besonders eiweissreich oder hochkalorisch ist.

Die Betreuung auf emotionaler Ebene

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Das Personal der palliativen Spitex geht stets offen mit dem Klienten bezüglich der Krankheit und dem bevorstehenden Ableben um. Dennoch nehmen sie ihm dabei nie die Hoffnung, sondern bieten ihm emotionale Unterstützung. Durchlebt der Klient depressive Phasen oder hat zunehmend Angst vor dem, was ihm bevorsteht, wird ihm psychologische Hilfe zuteil. Diese Aufgabe übernehmen Therapeuten und Seelsorger.

Mit Hilfe von Massagen, Aromatherapie und Entspannungsübungen wird das Wohlbefinden des Klienten sowohl auf körperlicher als auch auf geistiger Ebene erhöht. Während dieser Behandlungen konzentriert er sich ganz auf sich selbst und kann seine Krankheit für einen Moment vergessen. Auf diese Weise tankt er neue Kraft. Das Spitex-Personal hilft dem Klienten dabei, alte Hobbys wieder aufzunehmen, und führt Gespräche über vergangene Zeiten. 

Auf diese Weise rufen beide gemeinsam alte Erinnerungen hervor und schaffen neue schöne Momente. Dennoch wird die aktuelle Situation gedanklich nicht beiseite geschoben. Mitarbeiter und Klient sprechen stets offen über die momentane Befindlichkeit und die sich verändernden Bedürfnisse. Die Fachkräfte der palliativen Spitex setzen alles daran, dem Klienten ein Ableben in Würde zu ermöglichen. Sie begleiten auch die Familie und enge Verwandte in dieser Zeit, spenden ihnen Trost und unterstützen sie bei der Trauerbewältigung.

Die Involvierten

Um allfälligen Bedürfnissen des Klienten gerecht zu werden, ist eine enge Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen des Gesundheitswesens und anderer Branchen notwendig. Im Rahmen der Palliative Care findet eine enge Vernetzung zahlreicher Beteiligter statt.

Wichtig ist nicht nur die Zusammenarbeit zwischen den Fachkräften der palliativen Spitex und der behandelnden Ärzte. Hinzu kommen Seelsorger, Psychotherapeuten und Sozialpädagogen, die sowohl dem Klienten als auch seiner Familie Unterstützung bieten. 

Bei Bedarf kommen ausserdem Diätassistenten, Logopäden, Physiotherapeuten und Ergotherapeuten zum Einsatz. Musik- und Kunstpädagogen sorgen dafür, dass Emotionen auch auf künstlerische Art und Weise verarbeitet werden können. Vielen Personen fällt es schwer, offen über die schwere Situation zu sprechen. Genau für sie eignen sich künstlerische Methoden des Ausdrucks, die eine Verarbeitung auf eine andere, weniger direkte Art ermöglichen.

Palliative Care in den eigenen vier Wänden

Benötigt eine Person palliative Pflege, kann diese sowohl stationär als auch ambulant erfolgen. Die Versorgung in den eigenen vier Wänden bringt zahlreiche Vorteile mit sich. Der Klient kann in seiner gewohnten Umgebung verbleiben, was den Wohlfühlfaktor erheblich ansteigen lässt. 

Hinzu kommt, dass die Familie jederzeit vor Ort sein kann und keinerlei persönliche Gegenstände zurückgelassen werden müssen. Doch wer sich für eine palliative Pflege zu Hause entscheidet, hat im Vorfeld einiges zu organisieren. Prüfen Sie, ob spezielle Hilfsmittel notwendig sind. Eventuell muss die Wohnung oder das Haus barrierefrei umgebaut werden. 

Vielleicht ist auch ein geeignetes Pflegebett zu beschaffen. Lebt der Klient allein und ist nicht mehr in der Lage, sich selbst Essen zu kochen, besteht auch hier Handlungsbedarf. Auf Wunsch übernimmt das Fachpersonal der palliativen Spitex die Essenszubereitung. Gleiches gilt für das Erledigen von Haushaltsaufgaben wie Wäschewaschen.  

Wichtig ist, genau zu prüfen, welche Formen der Versorgung zu Hause in gewohnter Umgebung stattfinden können. Dies kann der Fall sein, wenn eine Person ernsthaft erkrankt ist und keine Chancen auf Heilung mehr besteht. Ab diesem Zeitpunkt besteht die Möglichkeit, sich für eine ambulante palliative Pflege zu entscheiden. Alternativ kann der Klient eventuell in einer speziellen Palliativ-Station in einem Krankenhaus untergebracht werden.

Palliative Care im Krankenhaus

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Fällt die Wahl auf die Betreuung zu Hause und reicht die ambulante Palliativversorgung nicht, muss nicht zwingend ins Krankenhaus gewechselt werden. In diesem Fall kann eine spezialisierte palliative Versorgung in Anspruch genommen werden. So ist es möglich, auch Klienten, die einen aufwendigen Behandlungsbedarf aufweisen, zu Hause zu betreuen.

Die Fachkräfte der palliativen Spitex verfügen über gefestigtes Fachwissen und stellen stets eine umfassende und kompetente Betreuung sicher. Allfällige Massnahmen und Veränderungen des Gesundheitszustands dokumentieren sie digital, sodass auch die Familie auf Wunsch alles genau nachverfolgen kann. 

Die Mitarbeiter setzen den Klienten über allfällige Geschehnisse in Kenntnis und gehen offen und ehrlich mit der aktuellen Situation um. Es besteht stets enger Kontakt zu allen beteiligten Ärzten, Therapeuten, Apotheken, Familienmitgliedern und weiteren Involvierten. Palliative Care versteht sich als enges Geflecht verschiedener Vertreter aus den Bereichen Gesundheit und Therapie. So gewährleistet sie eine möglichst hohe Lebensqualität bis zum letzten Tag.

Unterstützung auch für pflegende Verwandte

Nicht nur für den Klienten ist die Situation schwer zu verkraften. Auch die Familie leidet, weshalb zur Palliative Care auch Beistand für eben diese gehört. Sind die Familienmitglieder stets angespannt und niedergeschlagen, wirkt sich das auch negativ auf das psychische Wohlbefinden des Klienten aus. Genau das gilt es nach Möglichkeit zu vermeiden. Angehörigen einer Person, die an einer unheilbaren Erkrankung leidet, ist anzuraten, die angebotene psychologische Hilfe zu beanspruchen. Davon profitieren Familie und Klient gleichermassen. 

Wie steht die Ethikkommission zum Thema palliative Spitex?

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Immer wieder kommt die Diskussion auf, ob die Palliative Care in gewisser Weise als Beihilfe zum Suizid gewertet werden kann. Die Ethikkommission des SBK hat sich intensiv mit dieser Frage auseinandergesetzt. Zunächst muss festgehalten werden, dass die Palliative Care dabei hilft, das natürliche Ableben zu akzeptieren. Die Lebenszeit wird nicht mehr künstlich hinausgezögert. 

Es handelt sich hierbei nicht um eine aktive Unterstützung dabei, das Leben einfach zu beenden. Die Ethikkommission teilt diese Ansicht. Die Angebote der Palliativmedizin dürfen die Entstehung von Suizidwünschen keinesfalls fördern. Ein Suizid darf ausserdem niemals zu einem kostengünstigen Ausweg für das Gesundheitswesen werden. 

Nicht nur in der Gesundheitsbranche, sondern auch in der Gesellschaft generell tragen wir alle eine präventive Verantwortung. Sie beinhaltet das Setzen von rechtlichen Grenzen und auch die Unterstützung der verantwortlichen Pflegekräfte. Das bringt uns zum nächsten Thema: dem moralischen Stress, dem Pflegende im Palliativbereich standhalten.  

Spitexfachkräfte im moralischen Konflikt 

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Da wäre beispielsweise der Interessenkonflikt, in dem sich jeder Angehörige der medizinischen und pflegenden Berufe wiederfindet. Der Fokus ihrer Tätigkeit liegt strikt auf der Bewahrung des Lebens. Andererseits ist es aber auch ihre Aufgabe, das Leiden der Klienten bestmöglich zu lindern. Diese beiden Punkte sind nicht immer vereinbar. Dann wird das moralische Gewissen der Fachkräfte angesprochen. 

Laut der Richtlinien der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften, kurz SAMW, darf gemäss Gewissensfreiheit kein Zwang auf sie ausgeübt werden. Das entspricht auch der Standesordnung FMH. Sie besagt, dass medizinische und pflegerische Fachkräfte keine Handlungen vornehmen müssen, die sie nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren können. 

Gibt es keine Chance mehr auf eine vollständige Heilung, und palliative Massnahmen kommen zum Einsatz, wird dieser Konflikt entschärft. Dann geht es hauptsächlich um die Linderung der Beschwerden, um die verbleibende Zeit so angenehm wie möglich zu gestalten. Deshalb sind die Möglichkeiten voll auszuschöpfen.

1997 beauftragte das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement eine Arbeitsgruppe damit, sich mit folgender Frage auseinanderzusetzen. Ist es legitim, einen Klienten selbst über sein Ende bestimmen zu lassen? Die Gruppe kam zu dem Ergebnis, dass jeder das Recht darauf hat, auf lebenserhaltende Massnahmen zu verzichten.

In der Politik und den Medien brachen daraufhin hitzige Diskussionen aus, und der Bundesrat prüfte den Sachverhalt 2000 erneut. Er lehnte das Ergebnis der Arbeitsgruppe letztendlich ab. Gleichzeitig betonte er noch einmal, dass die Möglichkeiten der Palliativmedizin jederzeit voll und ganz auszuschöpfen sind.

Wie steht es um den Stressfaktor der Mitarbeitenden einer palliativen Spitex?

Steht ein Klient seinem Lebensende gegenüber, benötigt er Fürsorge von ganz besonderem Ausmass. Die Fachkräfte der Palliative Care spielen dabei eine wichtige Schlüsselrolle. Glücklicherweise entwickelt sich dieser Bereich derzeit stark weiter. Grosses Engagement ist gefragt, damit die Autonomie des Klienten zu jeder Zeit an oberster Stelle stehen kann. 

Nichtsdestotrotz ist das Angebot der palliativen Pflege aktuell noch nicht so weit ausgebreitet, wie es nötig wäre. Organisatorische und finanzielle Gründe stecken in den meisten Fällen dahinter. Auch der Mangel an Fachpersonal im Bereich der Pflege, der sich direkt auf die  Spitexfachkräfte auswirkt, spielt eine wichtige Rolle. 

Die emotionale Belastung

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Die Fachkräfte tragen zudem eine emotionale Last. Die Betreuung von Klienten an ihrem Lebensende konfrontiert die Spitexmitarbeitenden immer wieder damit, wie leidbestimmt das Leben sein kann. Menschen sterben zu sehen, gehört zu ihrem Alltag, und das geht nicht spurlos an ihnen vorbei.

Gerade bei längerer palliativer Pflege entsteht schnell eine gewisse Bindung, vielleicht sogar auf nahezu freundschaftlicher Ebene. Diese Klienten bei ihrem Ableben zu begleiten, ist nicht leicht. Einige Spitexfachkräfte beschreiben ausserdem, dass sich immer mehr Klienten mit starken gesundheitlichen Beeinträchtigungen ab einem gewissen Punkt an Sterbehilfeorganisationen wenden.

Das Fachpersonal beobachtet, wie der Lebenswille der Klienten abnimmt und wie sie befürchten, eine grosse Last für ihre Familien darzustellen. Die Aufgabe der Spitexfachkräfte ist es dann, die Psyche der Klienten wieder zu stärken und den Lebenswillen neu zu entfachen. Das verlangt ihnen immer wieder eine enorme psychische Stärke ab.

Die Beihilfe zum Suizid ist nicht Teil des pflegerischen Auftrags, das Begleiten der Klienten bis zu ihrem Lebensende aber schon. Dabei ist es irrelevant, ob sie selbst in ihren Sterbeprozess eingreifen möchten oder nicht. Der Willen eines jeden Klienten ist zu respektieren, auch wenn das Pflegepersonal ihn nicht mit den eigenen Moralvorstellungen vereinbaren können. 

Natürlich ist das Fachpersonal einer jeden Spitex entsprechend geschult. Es ist in der Lage, den emotional aufwühlenden Momenten standzuhalten und stark für zwei zu sein. Dennoch ist die Last, die es Tag für Tag trägt, nicht ausser Acht zu lassen. 

In besonders schwierigen Situationen können sich auch die Fachkräfte einmal hilflos fühlen. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn sie ihre beruflichen und persönlichen Werte nicht mehr einhalten können.

Was kann getan werden, um den moralischen Stress der Fachkräfte zu reduzieren?

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Kein Klient sollte je mit seinen Ängsten und Gefühlen allein gelassen werden. Das gilt allerdings auch für die Spitexfachkräfte, die sich um sie kümmern. Der moralische Stress, der die Mitarbeitenden nicht selten plagt, ist als ernstzunehmendes Problem wahrzunehmen. 

Kritische Situationen sollten im Team diskutiert und reflektiert werden. Dieser Austausch ist sehr wichtig. Er stärkt den Zusammenhalt im Spitex-Team und zeigt den Fachkräften, dass sie mit ihren Gefühlen nicht allein sind. 

Hinzu kommt das Thema Trauer. Es wurde bereits erwähnt, dass gerade bei langwieriger Begleitung von Klienten recht enge Bindungen entstehen können. Umso schwieriger ist es für das Spitexpersonal, den Tod gewisser Klienten zu akzeptieren und zu verarbeiten. Rituale zum Abschied können dann hilfreich sein. Sie können verhindern, dass sich die Trauer nachhaltig anstaut und auf der Seele der Fachkräfte lastet. 

Wie bereits erläutert, ist auch der enge Kontakt mit den Verwandten der Klienten Bestandteil der Palliative Care. Das gibt dem Spitexpersonal die Möglichkeit, bei moralischen Fragen mit der Familie Rücksprache zu halten. 

Es gibt Wünsche von Klienten, denen zwar nachgegangen werden muss, gegen die sich die Moral aber gern wehren würde. In derartigen Fällen kann es das Gewissen der Fachkräfte erleichtern, die Meinung der Verwandten zu kennen.  

Warum ist es so wichtig, verstärkt auf die mentale Gesundheit der Fachkräfte der palliativen Spitex zu achten?

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Die Qualität der Palliative Care hängt natürlich massgeblich von der Arbeit der Spitexfachkräfte ab. Ausschlaggebend dafür ist wiederum ihr mentaler Zustand. Nur psychisch gesundes Spitex-Personal kann eine hochwertige Betreuung gewährleisten. Eine hohe Belastbarkeit ist hier also gefragt. Zahlreiche Faktoren kommen zusammen, die der mentalen Gesundheit der Fachkräfte schaden können.

Bewältigungsstrategien sollten deshalb fester Bestandteil des Arbeitsalltags sein. Fachkräfte, die sich auf einen guten Schutz vor der mehrdimensionalen Belastung im Beruf verlassen können, gewährleisten eine qualitativ hochstehende Palliative Care. Sind keine Bewältigungsmöglichkeiten für belastende Ereignissen gegeben, wird es ihnen immer schwerer fallen, sich stark gegenüber den Klienten zu zeigen.

Dabei sind die Mitarbeitenden der Spitex eine wichtige Quelle von Positivität, Lebensenergie und Willenskraft. Wird zu wenig Wert auf die mentale Gesundheit der Spitexfachkräfte gelegt, versiegt diese Quelle irgendwann. Dies geschieht dann zum Leidwesen der Klienten. 

Die Wahl der optimalen palliativen Spitex 

Ist die Entscheidung getroffen, eine ambulante palliative Betreuung in Anspruch zu nehmen, gilt es, eine geeignete Spitex zu finden. Die Zahl der entsprechenden Organisationen ist gross, und die Wahl fällt nicht leicht. Welche palliative Spitex ist die Richtige? Wir von OPAN® unterstützen Sie in dieser schwierigen Zeit. 

Wir zeigen Ihnen, welche Spitex in Ihrer Nähe den Bedürfnissen des zukünftigen Klienten gerecht wird, und Sie haben die Wahl. Sie haben die Möglichkeit, die Auswahl und Anmeldung dem behandelnden Arzt zu überlassen oder das Ganze selbst zu übernehmen. Dazu geben Sie die Postleitzahl Ihres Verwandten ein, der eine palliative Pflege benötigt. 

Im Register Palliative Spitex erscheinen in Frage kommende Spitexorganisationen. Vergleichen Sie die Organisationen gemeinsam mit Ihrem Verwandten und beraten Sie sich in Ruhe. Diese Entscheidung sollte sorgfältig getroffen werden, überstürzen Sie also nichts. 

Haben Sie sich entschieden, dann geben Sie diverse persönliche Daten Ihres Verwandten an. Zusätzlich kann der behandelnde Arzt notwendige ärztliche Dokumente an die palliative Spitex zu senden. Die Datenverarbeitung seitens der gewählten Spitexorganisation erfolgt auf schnellstem Wege, auch ausserhalb der Geschäftszeiten. 

Damit die Krankenkasse gewisse Leistungen übernimmt, muss eine Bedarfsabklärung eingereicht werden. Die Fachkräfte der palliativen Spitex überprüfen, welche Leistungen dringend notwendig sind. Auch der behandelnde Arzt überprüft all das noch einmal und sendet die Abklärung dann an die Krankenkasse. Alle weiteren Leistungen, die Ihr Verwandter in Anspruch nehmen möchte, müssen selbst finanziert werden. 

Eine palliative Spitex auf direktem Wege finden  

Ist es an der Zeit, palliative Pflege in Anspruch zu nehmen, ist die passende Spitex mit Bedacht zu wählen. In dieser schweren Zeit benötigen sowohl der Klient als auch seine Familie umfassende Unterstützung auf verschiedenen Ebenen. Es gilt, der verbleibenden Lebenszeit möglichst hohe Qualität zu verleihen. 

Dazu gehört nicht nur die medizinische Versorgung, sondern auch Betreuung auf psychologischer Ebene und das Schaffen von schönen Erinnerungen. Das Fachpersonal der palliativen Spitex erhält sehr private Einblicke und arbeitet eng mit dem Klienten und seiner Familie zusammen.  

Bei der Entscheidung ist also Sorgfalt gefragt. Um zwischen all den Spitexorganisation die optimale Wahl zu treffen, bieten wir von OPAN® Unterstützung. Benötigen auch Sie Hilfe bei der Suche nach einer palliativen Spitex für Ihren Verwandten? Dann füllen Sie unser Kontaktformular aus und setzen Sie sich mit uns in Verbindung.

by Karin Zehnder Veröffentlicht: Aktualisiert: Dienstag, 21. Dezember 2021

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